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Didaktik & Praxis | Konzepte | Biologische Vielfalt im Garten
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Biologische Vielfalt im Garten



Der Schutz der Biologischen Vielfalt ist eine zentrale Aufgabe der Berliner Gartenarbeitsschulen. Dies bezieht sich auf den Bereich der Garten-
gestaltung und Biotoppflege, aber auch auf die umweltpädagogische Ausrichtung der Angebote für die Besuchergruppen (Kitas, Schulen, Lehrerbildung, Erwachsenenbildung).

Neben dem Schutz der Pflanzen- und Tierarten spielt die Entwicklung des öffentlichen Bewusstseins für die Biodiversität eine wichtige Rolle. Beide Aspekte sind in der Biodiversitätskonvention der Vereinten Nationen verankert.

Die Berliner Gartenarbeitsschulen bilden ein „Netz Grüner Lernorte“, welches sich durch eine sehr vielseitige und reich strukturierte Biotopstruktur auszeichnet. Es existiert auf den verschiedenen Arealen der 12 Einrichtungen jeweils ein breit gefächertes Mosaik an Habitaten und Biotopen z. B. Teichanlagen, Trockenmauern, Wildwiesen, Heideland-schaften, Moorbeete, Gründächer, Obstgehölze und Blumenbeete. Zusätzlich wird zum Schutz bedrohter Tierarten durch die Anlage von Gestaltungselementen weiterer Lebensraum geschaffen. Hierzu gehören u.a. Insektenhotels, Bienenhäuser, Nisthilfen für Brutvögel und Fledermäuse, Igel-Schutz-Angebote, Hummelkästen, Totholzbiotope für Holzzersetzer und Maßnahmen zum Amphibienschutz.



Ergebnis ist eine für den städtischen Bereich ungewöhnlich artenreiche Fauna und Flora. Innerhalb der Fauna sind die Wirbeltiere mit ca. 100 verschiedenen Arten, darunter seltene Amphibien-, Reptilien-, Vogel- und Säugetierarten vertreten. Außerordentlich vielfältig ist auch das Vorkommen der wirbellosen Tiere. Die Biodiversität innerhalb der Flora ist im Vergleich noch bedeutend umfangreicher. Moos-, Farn- und Blütenpflanzenarten sind in erstaunlicher Vielfalt anzutreffen. Einige der in den Berliner Gartenarbeits-
schulen vorzufindenden Tier- und Pflanzenarten sind sehr selten und gelten als gefährdet (Rote Liste).

Zusätzlich zeichnen sich die Berliner Gartenarbeitsschulen durch eine interessante Sortenvielfalt bei den Kultur- und Zierpflanzen aus. Hier sind
z. B. Bestände von Obstgehölzen mit teilweise sehr „alten“ Sorten zu nennen. Stellvertretend sollen die Apfelsorten Berner-Rosenapfel, Ontario, Ingrid Marie, Hasenkopf und Breuhahn genannt sein. Gleichermaßen gibt es eine umfangreiche Vielfalt im Bereich der Kartoffel – z. B. mit den Sorten Bamberger Hörnchen, Blauer Schwede, Blauer Sankt Galler, Juwel und Sieglinde – und im Bereich der Tomaten. Durch diese Sortenvielfalt im gesamten Bereich der Kultur- und Zierpflanzen tragen die Berliner  Gartenarbeitsschulen zu einer Sicherung des Erbgutes mancher „alten“ Sorten bei. Damit wird die genetische Vielfalt gefördert.

Durch Vermittlung der Biodiversität im Unterricht vor Ort mit der Möglichkeit der unmittelbaren Anschaulichkeit geben die Gartenarbeitsschulen den Schülern einen Eindruck von der Komplexität und Mannigfaltigkeit der Lebensformen. Auch hier kommt die umweltpädagogische Ausrichtung dieser Einrichtungen deutlich zum Ausdruck.

Zusatzmaterial:
biodiversitaet_suz-mitte.pdf