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Freilandlabor

Bereits vor 350 Jahren hat Comenius erkannt, dass der Ausgangspunkt allen Lernens die sinnlich erfahrbare Welt sein müsse. Die Schulreformbewegung unterstützte vor mehr als 80 Jahren dieses Ansinnen, der Reformpädagoge Cornell Schmidt veröffentlichte sein Buch „Heraus aus der Schulstube“. Angesichts einer zunehmenden Versachlichung des Unterrichts und einer Entfremdung der städtischen Schulkinder von der Natur erfahren Freilandlabore gerade heutzutage eine wachsende Bedeutung für das Erlangen von Naturverständnis.
Freilandlabore sind außerschulische Lernorte, an denen Schulkinder der Natur unmittelbar begegnen, sie mit allen Sinnen erfahren und begreifen können. Sie bieten naturbelassene oder naturnah gestaltete Biotope und schaffen somit Möglichkeiten, Erfahrungen im Umgang mit der Natur zu sammeln, wodurch sie einen wesentlichen umweltpädagogischen Beitrag leisten. Freilandlabore offerieren mannigfaltige Möglichkeiten zum Beobachten und Sammeln von Pflanzen, Tieren und Naturobjekten, es gibt hier Gelegenheiten zum Untersuchen und Experimentieren. Wesentlicher Bestandteil des freilandbiologischen Unterrichts ist das selbstständige Arbeiten der Lernenden. Insbesondere für Stadtkinder sind solche außerschulischen Lernorte von großer Wichtigkeit, es wird hier das Grundverständnis für biologische Zusammenhänge vermittelt, welches später die Basis zum Erfassen von weiteren Lerninhalten bildet.
Die Berliner Gartenarbeitsschulen verfügen innerhalb ihrer Freilandlabore bzw. ihrer freilandbiologischen Areale über eine Vielfalt von Biotopen, die für die differenzierte Unterrichtung von Schulkindern aller Altersstufen und Schultypen geeignet sind. Innerhalb der Berliner Gartenarbeitsschulen existieren solche Areale in unterschiedlichem Umfang und in verschiedener Ausprägung. Hierzu gehören z.B. Teichanlagen, pflanzenökologische Abteilungen, Wildwiesen, Dünenlandschaften, Waldteile, Schmetterlingsabteilungen, Heidelandschaften, Steingärten und Moorbecken. Zusätzlich besteht die Möglichkeit zur Beobachtung von Tieren: Es werden u.a. Bienen, Schafe, Hühner, Kaninchen, Schildkröten und Fische gehalten. Für die sorgfältige Naturerkundung und das Erfassen ökologischer Zusammenhänge verfügen die Gartenarbeitsschulen über verschiedene, im Unterricht jederzeit leicht einsetzbare Gerätschaften, wie Lupen und Ferngläser, aber auch teilweise über technische Messgeräte, Möglichkeiten zur Wassergütebestimmung, Wetterstationen, Anlagen zur Solarthermie sowie über Windkraftanlagen.
Innenstadtkinder haben oftmals keine Möglichkeit pädagogisch betreute, freilandbiologische Erfahrungen während ihrer Schulzeit im Umland zu machen. Deshalb ist die gute Erreichbarkeit einer solchen Einrichtung ein wichtiger Aspekt. Durch ihre Lage im innerstädtischen Bereich erfüllen die Berliner Gartenarbeitsschulen diese Voraussetzung.
Freilandlabore bzw. die freilandbiologischen Teile der Berliner Gartenarbeitsschulen fördern intensiv das Umweltbewusstsein der Schulkinder. Hier wird durch erlebnisorientiertes, freilandbiologisches Arbeiten ökologisches Verständnis im Einklang mit den Zielen der Agenda 21 erworben.