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Grüne Berufe

In den Berliner Gartenarbeitsschulen finden sich viele Arbeitsfelder, die etwas mit den „14 grünen Berufen“ zu tun haben. Vor allem das Berufsfeld „Gärtner“, mit seinen sieben Fachrichtungen vom Garten- und Landschaftsbau, über den Zierpflanzenbau bis zum Gemüsebau, sind natürlich umfangreich vertreten. In zwei Berliner Gartenarbeitsschulen gibt es auch Auszubildende dieser Fachrichtungen.
Für Schüler der Sekundarstufe I bestehen vielfältige Möglichkeiten, sich im Laufe ihrer Schulzeit bereits mit diesem Berufsfeld zu beschäftigen und sich persönlich mit Blick auf zukünftige Ausbildungsgänge zu orientieren. In den meisten Gartenarbeitsschulen werden berufsorientierende Schülerpraktika durchgeführt. Wenn möglich erhalten die Praktikanten eine individuelle Betreuung von den Gartenmeistern.
Die Neustrukturierung der Berliner Schullandschaft mit der Einführung der Integrierten Sekundarschulen wird in den nächsten Jahren eine erweiterte Nachfrage nach solchen praktischen und berufsfeldbezogenen Angeboten hervorbringen.
Schon seit einigen Jahren sind Schüler aus den Schulen mit dem Angebot „Produktives Lernen“ mit ihrem Praxisteil in Gartenarbeitsschulen untergebracht. Gerade in diesem Kontext ist der Schulbezug der praktischen Arbeit in der Gartenarbeitsschule für diese Teilnehmer von besonderem Vorteil.
Eine weitere Möglichkeit besteht in der Durchführung von berufsvorbereitenden Maßnahmen zum Beispiel in der Fachrichtung Garten- und Landschaftsbau für die Schüler die nach dem Beenden der Schulpflicht, ohne den Mittleren Schulabschluss sind. Die Agentur für Arbeit unterstützt diese von freien Trägern durchgeführten Maßnahmen. In Ein-Jahres-Kursen werden die Teilnehmer der Kurse auf eine erfolgsversprechende Bewerbung in einem gärtnerischen Ausbildungsberuf vorbereitet. Die Jugendlichen können dann auf ein Jahr praktischer Erfahrungen verweisen und damit den fehlenden Mittleren Schulabschluss teilweise kompensieren.
Gerade in den Stadtbezirken und Ortsteilen mit sozialen Problemen und besonderem Entwicklungsbedarf sind solche Angebote von großer Bedeutung. Viele Gutachten deuten darauf hin, dass in den nächsten Jahren und Jahrzehnten besonders die Berufe im „Grünen Sektor“ gute Entwicklungspotentiale haben werden. Wenn man die Kinder aus den sozialen Brennpunkten an dieser Entwicklung teilhaben lassen will, dann ist eine frühzeitige ökologische Grundbildung und Kompetenzentwicklung besonders wichtig. Anderenfalls würden die Kinder aus dieser Klientel von zukünftigen Wachstumsbranchen abgekoppelt.
Branchenexperten sagen schon bald einen dramatischen Fachkräftemangel, auch in den Grünen Berufen, voraus. Im Jahr 2009 standen 41.029 junge Menschen in einem Ausbildungsverhältnis in einem der 14 Grünen Berufe. Dabei ist der Beruf „Gärtner“ (17.201 Personen) der mit Abstand bedeutendste unter diesen Berufen. Doch mit einem Rückgang von 4,6 Prozent ist hier aktuell ein überproportional hoher Einbruch der Ausbildungszahlen zu verzeichnen. Die demographischen Entwicklungen dürften dieses Problem noch verschärfen. Also, eine wichtige Aufgabe aber auch Chance den Schülern von heute dieses interessante und zukunftsträchtige Berufsfeld zu präsentieren und näher zu bringen.