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Stadtböden – Kinder begegnen dem Thema Boden im Schulgarten


Im frühen Kindesalter übt der direkte Kontakt mit Erde, zumindest im Buddelkasten, noch eine große Faszination auf Kinder aus. Der helle Sand hat viele Eigenschaften, die uns als angenehm erscheinen. Er kann so kuschelig warm werden, rieselt wunderbar durch die Finger, lässt sich mit Wasser zu einem leicht formbaren Brei vermengen. Später geht dann aber diese positive Einstellung in eine gewisse Gleichgültigkeit über. Viele Erwachsene haben heute kein „Bodenbewusstsein“, obwohl unser Leben in vielfältiger Weise von den Eigenschaften und der Qualität des Bodens abhängig ist.
So wird bei der Arbeit im Garten für die Schüler sehr schnell deutlich, dass der Erfolg oder Misserfolg der Pflanzenanzucht ganz wesentlich von Bodeneigenschaften abhängig ist. Lockerheit, Krümelstruktur, Wasserhaltevermögen, Nährstoffgehalt, pH-Wert, Humusanteil…viele Faktoren tragen zu einer erfolgreichen Ernte bei.
Die Deutsche Bodenkundliche Gesellschaft und der Bundesverband Boden stellen jedes Jahr einen Bodentyp in den Mittelpunkt ihrer Öffentlichkeitsarbeit. Im Jahr 2010 sind die „Stadtböden“ zum Boden des Jahres ausgewählt worden. Unter dem Begriff Stadtböden werden die vielfältigen Böden städtisch-industrieller Räume zusammengefasst. Sie sind naheliegender Weise vom Menschen besonders stark beeinflusst. Nutzungen von Gewerbebetrieben, Industrieansiedlungen, Straßen, Verkehrsflächen, Wohngebäuden stellen große Eingriffe in den Naturhaushalt dar. Deshalb ist es umso wichtiger, gerade in den Städten unversiegelte und naturnahe Flächen zu erhalten oder neu zu schaffen. Parks, Waldgebiete, Kleingärten, Schulgärten, Straßenbegleitgrün, Gartenarbeitsschulen …jede dieser Flächen trägt zu einer nachhaltigen Verbesserung der städtischen Ökosysteme bei. Dabei kommt den Gartenflächen eine besonders große Bedeutung zu.
 Tatsache ist auch, dass der Stadtboden und damit auch die Gartenböden eine sehr große ökologische Bedeutung für uns haben. Sie sind die Grundlage für unsere Kulturpflanzen und damit die Voraussetzung für unsere Ernährung. Der Boden bildet einen unglaublich großen und wichtigen Filter für unser Trinkwasser. Wir nutzen die Bodenschätze für unseren Wohlstand, teilweise allerdings im Raubbau. Auch deshalb verbindet sich mit dem Schutz der Ressource Boden auch die Verantwortung, für künftige Generationen einen guten und gesunden Boden zu hinterlass en.
Es ist eine anspruchsvolle, aber auch schwierige Aufgabe, für Kinder das Thema „Boden“ in seiner ganzen Vielseitigkeit begreifbar zu machen. Das „Begreifen“ sollte man hier ruhig wörtlich nehmen, anfassen … damit spielen… darin pflanzen… Bodenlebewesen entdecken…den Boden pflegen. 
Was im Buddelkasten beginnt, das wird dann vielleicht später im eigenen Kleingarten, im Schulgarten oder sogar an einem Ausbildungsplatz in einem „Grünen Beruf“ fortgesetzt.