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Portraits & Standorte | Geschichte
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Historischer Rückblick: Berliner Gartenarbeitsschulen

▪ 1747   Erster Schulgarten
An der Königlichen Realschule zu Berlin (Lage am Potsdamer Thor) gründet Johann Julius Hecker einen ersten Schulgarten.

1875   Volkspark Humboldthain / Bezirk Wedding
 
Gartendirektor Gustav Meyer legt einen zentralen Pflanzenliefer-
garten am Rande des Volksparks Humboldthain zur Versorgung der Berliner Schulen mit botanischem Anschauungsmaterial an.

1909   Botanische Anlage in Blankenfelde / Bezirk Pankow
Umsiedlung des Liefergartens am Humboldthain nach Berlin-Blankenfelde. 411 Berliner Schulen werden von dort aus mit botanischem
Unterrichtsmaterial versorgt.

1920   Gartenarbeitsschule Neukölln
Gründung der ersten Berliner Gartenarbeitsschule in Berlin-Neukölln „Teltowkanal“ (Grenzallee) durch den engagierten Reform-
pädagogen und sozialdemo-
kratischen Kommunalpolitiker August Heyn. Die Gartenarbeits-
schule Teltowkanal hatte eine Größe von 39.100 m² und wurde am 1.4.1920 in Betrieb genommen. Die heutige Gartenarbeitsschule Neukölln (Fritz-Reuter-Allee 121) entstand in den 1950er Jahren auf Ackerflächen des Britzer Gutes.

1921   Gartenarbeitsschule Wilmersdorf
Am 19. April nahm die Gartenarbeitsschule Berlin-Wilmersdorf ihren Betrieb auf. Auf einem ca. 30.000 m² großen Gelände an der Dillenburger Straße wird Berlins zweite Gartenarbeitsschule eröffnet, die sich heute noch immer an diesem Standort befindet. Erster Leiter war Otto Mehlan. Die Gartenarbeitsschule trägt heute den Namen von Ilse Demme, die unmittelbar nach dem Zweiten Weltkrieg bis 1968 die Leitung inne hatte.

1922   Gartenarbeitsschule Schöneberg
 
Wurde in Berlin-Schöneberg am Sachsendamm auf einer 28.000 m² großen Fläche gegründet. Der erste Leiter Friedrich Haak hatte schon ab 1912 einen botanischen Pflanzengarten an der Hohenzollern-Realschule in einen Nutz- und Gemüsegarten umgewandelt und damit eine Vorstufe für die späteren Gartenarbeitsschulen geschaffen.

Ab 1950   Gründung weiterer Gartenarbeitsschulen
In mehreren Berliner Bezirken (Friedrichshain, Köpenick, Lichtenberg, Pankow, Reinickendorf, Spandau, Steglitz, Tiergarten, Wedding) werden in den Nachkriegsjahren neue Gartenarbeitsschulen gegründet.

Im Ostteil der Stadt wurde für diese Einrichtungen der Begriff „Zentralschulgarten“ eingeführt.

In der DDR wurde das Schulfach „Schulgarten“ in den Klassenstufen 1 bis 4 etabliert und es gab an zwei Instituten für Lehrerbildung eine Ausbildung zum „Schulgartenlehrer“.



1989   Wiedervereinigung
Schon kurz nach dem Fall der Mauer bemühen sich Schulgarten-Lehrer und Leiter von Gartenarbeitsschulen in Ost und West gemeinsam um die Ausgestaltung der Zusammenarbeit, mit dem Ziel, eines gemeinsamen Netzes Grüner Lernorte in der Stadt Berlin. Die Versuche, das Fach Schulgarten im Fächerkanon der Berliner Schule zu etablieren, scheitern jedoch.

1995   Berliner Netzwerk der Gartenarbeitsschulen
Die Berliner Gartenarbeitsschulen gründen die „Interessengemeinschaft der Berliner Gartenarbeitsschulen (IGAS)“. Regelmäßige Treffen der Leiter der Gartenarbeitsschulen zusammen mit den Gartenmeistern und Gärtnern führen zu einer Intensivierung der Zusammenarbeit.

Neue Wege der Öffentlichkeitsarbeit (Internet-Auftritt, Beteiligung an der „Internationalen Grünen Woche“ u. a.) wurden entwickelt.

2001   Berliner Verwaltungsreform
Mit Beginn des Jahres 2001 tritt im Rahmen der Verwaltungsreform auch ein neuer Zuschnitt der Berliner Bezirke in Kraft. Die Gebietsreform reduziert die Zahl der Stadtbezirke auf zwölf Bezirke. In einigen Bezirken werden Gartenarbeitsschulen organisatorisch zusammengelegt. Für andere Gartenarbeitsschulen vergrößert sich das Einzugsgebiet.