Impressum | Datenschutz
Portraits & Standorte | Standorte & Kontaktdaten | 04 Charlottenburg-Wilmersdorf
Drucken

Charlottenburg-Wilmersdorf

Gartenarbeitsschule Ilse Demme Charlottenburg-Wilmersdorf
Ein schulübergreifender, ökologischer Lernort
Die Gartenarbeitsschule Ilse Demme ist eine bezirkliche Einrichtung, die als Schulreformprojekt am 19. April 1921 gegründet wurde.
Hervorgegangen aus den reformpädagogischen Traditionen der Arbeitsschulbewegung stellt sie sich heute den aktuellen Anforderungen einer Bildung für nachhaltige Entwicklung.
Entsprechend ihres Ursprunges hat die Gartenarbeitsschule noch immer drei Funktionen: Sie ist Anschauungs-, Arbeits- und Liefergarten. Wie zur Zeit der Schulreformprojekte „soll der ganze Mensch, nicht nur sein Verstand, sondern auch seine handwerklichen und sozialen Fähigkeiten ausgebildet werden“. In der heutigen Zeit findet sich dieser Anspruch in den Handlungskompetenzen wieder, die die Kinder und Jugendlichen im fachübergreifenden und fächerverbindenden Unterricht erwerben sollen.
Das Projektangebot der Gartenarbeitsschule bietet ökologische, kreative, fächer- und jahrgangsübergreifende Konzepte, die Lehr- und Lerninhalte begleiten, ergänzen, erweitern und vertiefen. Kindern und Jugendlichen werden somit vielseitige und auch nachhaltige Lösungsmöglichkeiten und Strategien zum Umgang mit ihrer Umwelt aufgezeigt, insbesondere lernen sie Verantwortung für ihre Lernumgebung zu übernehmen und an der Gestaltung von Naturräumen mitzuwirken, welche Voraussetzungen für globales Denken und Handeln sind.
In den Gartenarbeitsschulen sollten die Stadtkinder eine Vegetationsperiode kennenlernen. Dieser Anspruch hat nichts von seiner Aktualität verloren. Viele Kinder, erfahren erst hier, dass Obst und Gemüse Zeit zum Reifen brauchen, um ein volles Aroma zu entwickeln. Wie köstlich ist eine reife Kirsche, die sie selbst vom Baum ernten und gleich verzehren. Und wie lecker können selbst gezogene Kartoffeln, gekocht auf einer offenen Feuerstelle, mit frischem Kräuterquark und selbst gepresstem Apfelsaft schmecken.
Neben der traditionellen Gartenarbeit werden verschiedene kreative Projekte angeboten: Holzskulpturen, Erdbilder, Formabgüsse in Erde, Papierschöpfen, Töpfern, Weihnachtsgestecke und vieles mehr. Der Garten wird nicht nur alsNaturortsondern auch als Kulturort erfahren.
Auf dem ca. 30.000 m² großen Gelände herrscht eine biologische Vielfalt von Pflanzen und Tieren. Dieser Artenreichtum ist nur aufgrund der Größe und der giftfreien Gartenpflege möglich. Der Imker entwickelte und erprobt eine naturnahe Methode zur Bienenhaltung, die die Schädlingsbekämpfung mit der Regeneration des Immunsystems der Bienen vereint.
Die Betonung der ökologischen Inhalte wurde durch die Kooperationen mit mehreren Ausbildungsinitiativen möglich, die verschiedene Außenanlagen errichteten wie z. B. den Steinbackofen, das Schilfklärwerk, die begehbare Kräuterspirale und mehrere Pergolen. Außerdem richtete das Bezirksamt fünf Brunnen zur Bewässerung ein.
Hinzu kommt, dass seit den letzten zwei Jahrzehnten im Rahmenlehrplan der Berliner Schulen der Aspekt der Umwelterziehung betont wurde. Die Diskussion um Rohstoffverknappung, Energiegewinnung und Klimawandel gewinnt immer mehr an Bedeutung. So entwickelten sich ab 1992 verschiedene Projekte unter dem Motto „Schüler bauen für Schüler“. Es entstanden zwei Kleinwindkraftanlagen, ein mit Warmluftkollektoren beheiztes Lehmhaus und eine Thermosolaranlage zur Warmwasserbereitung.
Diese Anlagen waren der Grundstein für das Projekt „Regenerative Energien“. Mittlerweile verfügt die Gartenarbeitsschule über Photovoltaikanlagen und erhielt die Auszeichnung „Berliner Klima Schule 2010“. In Kooperation mit der Technischen Universität Berlin wurde im Rahmen eines Energieseminars von Studenten das Blockhaus der ehrenamtlichen Mitarbeiter energiesparend gedämmt. Ohne das Engagement der ehrenamtlichen Helfer, die seit 2001 verstärkt die Projekte für Kindergartenkinder bis hin zu jungen Erwachsenen unterstützen, hätte sich die Gartenarbeitsschule nicht zu einem generationsübergreifenden Lernort entwickeln können.