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Honigbienen



Unterrichtsangebote Honigbienen / Imkerei
Das Thema „Honigbienen & Co“ bietet für alle Altersstufen, also von der Kita bis zum Abitur, spannende Unterrichtsprojekte. In fast allen Berliner Gartenarbeitsschulen werden Honigbienen gehalten und auch für unterrichtliche Zwecke genutzt. Dies geschieht entweder durch externe Imker, die in den Standorten der Gartenarbeitsschulen ihre Bienen haben und dann im Frühsommer Schulklassen betreuen oder die Gartenarbeitsschulen verfügen über imkerlich entsprechend geschulte Mitarbeiter, die diese Tätigkeiten ausüben. In einigen Gartenarbeitsschulen sind dabei die Angebote sehr breit gefächert und nahezu übers ganze Jahr verteilt. Es werden dort auch Unterrichtsprojekte zu Themen wie Bienenwachs, Honig, Parasitismus, Verhaltensbiologie, Genetik o.ä. angeboten.

Bestäubungsleistung / Bienenweide
Honigbienen sind, nach Rind und Schwein, unser drittwichtigstes Nutztier. Der Wert der Honigbienen liegt in erster Linie an ihrer Leistung als Bestäuber von heimischen Nutz- und Wildpflanzen. Rund 80 % der etwa 3.000 heimischen Pflanzenarten sind auf die Insektenbestäubung angewiesen. Man kann davon ausgehen, dass 30 % der Nutzpflanzenerträge unmittelbar von der Bestäubung durch die Honigbienen abhängig sind. Damit übersteigt der volkswirtschaftliche Nutzen der Bestäubungsleistung der Bienen den Wert der Honigproduktion um das 10- bis 15fache. In Deutschland kann man diese Leistung auf jährlich 2 Milliarden Euro schätzen. Weltweit wird der Nutzen auf ca. 70 Milliarden US-Dollar pro Jahr geschätzt (Quelle: Deutscher Imkerbund e.V.).
Neben dem Nutzen, den wir von den Bienen haben, muss man allerdings auch in Betracht ziehen, dass die Entwicklung und auch die Gesundheit der Bienenvölker ganz wesentlich von der Vielfalt der Trachtpflanzen („Bienenweide“) und von intakten Ökosystemen abhängen.
Die didaktische Herausforderung besteht in diesem Zusammenhang darin, den Schülern die oben genannten beeindruckenden Zahlen anschaulich und nachvollziehbar nahe zu bringen. Dazu gehören die grundlegenden Vorgänge bei der Bestäubung der Blütenpflanzen und die Rolle der Bienen in diesem Zusammenhang. Die Bio-Wissenschaften gehen davon aus, dass es sich hier um eine Co-Evolution, also die wechselseitigen Anpassungsvorgänge zwischen Blüten und Insekten, handelt. Die Vorgänge in der Natur sind sehr komplex, aber es ist möglich, den Kindern einzelne Teilbereiche in Form von Beobachtungen und kleinen Experimenten zu vermitteln.

Honig - mehr als nur süß
Honigbienen sammeln den Nektar aus den Blüten in ihrem Honigmagen und geben ihn im Bienenstock an andere Bienen weiter, bis er schließlich in den Honigwaben eingelagert wird, dabei wird der Blütennektar durch eine Reihe von Verdauungsenzymen der Bienen angereichert und verändert. Neben den Hauptbestandteilen des Honigs (Fruchtzucker 27-44%, Traubenzucker 22-41%, Saccharose bis 5 % und Wasser max. 18 %) besteht der Honig aus über 200 verschiedenen Inhaltsstoffen. Diese natürliche Vielfalt der Honig-Inhaltsstoffe macht den Bienenhonig für uns Menschen zu einem so wertvollen Lebensmittel. Die Konsistenz des Honigs (flüssig / fest-kristallin) wird im Wesentlichen durch das Verhältnis der beiden Einfachzucker (Fructose / Glucose) zueinander bestimmt. Nachdem der Wassergehalt des Honigs unter 20-18 % gesunken ist, verdeckeln die Bienen die Honigwaben und legen sich so ihren Wintervorrat an. Der Mensch „erntet“ den Honig durch Entdeckeln und Schleudern der Honigwaben. Je nach der entnommenen Menge muss den Bienen dann allerdings im Spätsommer ggf. wieder Zuckerwasser zugefüttert werden, um eine problemlose Überwinterung der Völker zu gewährleisten.

Bienenwachs - ein Baustoff, der es in sich hat
Bienenwachs ist ein sehr hochwertiger Naturstoff, der eine Mischung aus über 300 Einzelsubstanzen ist. Er wird von den Bienen-Arbeiterinnen ausgeschieden und zum Bau der Waben verwendet. Energetisch betrachtet benötigen die Bienen siebenmal so viel Honig, um eine Portion Bienenwachs zu erzeugen. Frisches Bienenwachs ist fast weiß und wird erst durch längeren Gebrauch im Brutraum der Bienenvölker gelblich braun.
Der Wert des Bienenwachses überstieg früher bei weitem den des Honigs. Dies hat sich durch die heute nahezu unbegrenzte Verfügbarkeit von Alternativstoffen für die Kerzenherstellung (Stearin, Paraffin u.a.) sehr gewandelt.
Trotzdem ist auch heute noch das Bienenwachs ein sehr hochwertiges, teures und wichtiges Naturprodukt. Das Anwendungsspektrum geht weit über die Verwendung für Kerzen hinaus. Es ist deshalb wünschenswert, den Schülerinnen und Schülern die besonderen Eigenschaften und Qualitäten von Bienenwachs näher zu bringen.