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Nahrungssicherheit durch Artenschutz



Artenvielfalt und Ökosystem
Wildbienen kommen durchaus in großer Zahl vor, doch sie werden von den Menschen selten wahrgenommen, weil sie
1.   leicht mit Honigbienen und Wespen verwechselt werden;
2.   wegen ihrer geringen Größe nicht auffallen;
3.   heute in geringerer Artenzahl vorhanden sind; von etwa 700 in Mitteleuropa bekannten Arten sind zurzeit nur noch etwa 555 vorhanden.
Im 19. Jahrhundert gab es deutlich mehr Bienenarten, man konnte sie an Blüten der zahlreichen Wild- und Heilkräuter finden und auch am Gemüse. Sie nisteten im Lehm oder Holz der alten Fachwerkhäuser, in Zaunpfosten, Böschungen, an Weg-, Feld- und Wiesenrändern. Sie waren eine Selbstverständlichkeit besonders im bäuerlichen und vorstädtischen Leben. Durch die Urbanisierung und gezielte Ausrottung ist die Anzahl der Bienen und Bienenarten stark zurückgegangen. Heute reagieren nicht wenige Menschen mit Angst und Panik, wenn sie mit Bienen in Kontakt kommen.
Solitärbienen können nicht als gefährlich angesehen werden. So muss man sie zwischen den Fingern drücken, um sie zu einem Stich zu nötigen. Solitärbienen verteidigen ihre Nester nicht gegen Angriffe. Im Falle eines Angriffes verlassen sie ihre Nester und legen, falls möglich, ein neues an.

Projektideen zum Artenschutz
Die Wildbienen leisten einen wichtigen Betrag zur Erhaltung der Biodiversität. Sie sammeln Nektar und Pollen, teilweise auch Öle. Die unterschiedlichen Rüssellängen der verschieden Bienenarten sind eine Anpassung an die verschiedenen Blütenformen. Die Entfernung vom Nest zur Futterquelle sollte nicht zu weit sein, da Wildbienen nur begrenzte Strecken zurücklegen können. Es empfiehlt sich deshalb auf dem Gelände verschiedene Insektenhotels aufzustellen und als bienenfreundliche Gartenflächen Futterplätze zu schaffen wie z. B. Mager-, Trockenrasen, Steingärten mit entsprechendem Bewuchs, Streuobstwiesen, Kräutergarten, Feuchtgebiete mit Teichanlagen und Heckenränder.

Bestäubungsleistung und biologischer Pflanzenschutz
Der Mensch profitiert von ihnen direkt durch die Bestäubung seiner Nutzpflanzen. Teilweise erbringen Wildbienen sogar eine bessere Bestäubungsleistung als die Honigbiene (Luzerne, Rotklee). Man kann davon ausgehen, dass etwa 30 % unserer Nutzpflanzenerträge unmittelbar von der Bestäubung durch die Honigbienen abhängig sind.
Betrachtet man die Bestäubungsleistung aller Insekten im Zusammenhang der Erhaltung der Biodiversität, dann ist die ökologische Bedeutung dieser Vorgänge noch sehr viel höher einzuschätzen.
Neben der Bestäubungsleistung der Bienen spielt auch die räuberische Ernährungsweise vieler Wespen- und Hornissenarten eine bedeutsame Rolle. Diese Insekten vermindern teilweise die Schadinsekten auf unseren Nutzpflanzen in erheblichem Umfang. Diese Lebensweise einiger Insektenarten eröffnet die Möglichkeit, sie in biologischen Pflanzenschutzmaßnahmen gezielt einzusetzen.

Beobachten und Dokumentieren
Die Bestäubungsleistung der Insekten an einem Obstbaum lässt sich mit vergleichsweise geringem Aufwand nachweisen. Dazu wird ein Ast z.B. eines Apfelbaumes vor der Blüte mit einer licht- und luftdurchlässigen Gärtnerfolie insektendicht verpackt.
Einige Zeit nach dem Abblühen kann die Folie dann abgenommen werden und der Fruchtansatz wird quantitativ mit einem daneben liegenden, gleich großen Ast verglichen. Solche Versuchsansätze beweisen, dass etwa 80 % des Fruchtansatzes durch Insektenbestäubung bedingt sind.
Das Bild zeigt die 'Enthüllung' des Apfelzweiges Anfang Juni 2012 im Schul-Umwelt-Zentrum Mitte im Rahmen der Veranstaltung 'Die Biene als Wetterfrosch' beim 'Langen Tag der StadtNatur'.